
Frauen, die die Champagnerwelt revolutionierten
Wenn wir an Champagner denken, kommen uns oft Eleganz, Tradition und höchste Handwerkskunst in den Sinn. Doch hinter den berühmten Häusern und edlen Tropfen stehen oft starke Frauen, die die Geschichte des Champagners maßgeblich geprägt haben. Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März werfen wir einen Blick auf die Pionierinnen der Champagnerproduktion – Frauen, die mit Mut, Innovation und Durchsetzungskraft eine Männerdomäne erobert haben.
Eine der bekanntesten Frauen in der Champagnergeschichte ist Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin, besser bekannt als Veuve Clicquot. Nach dem frühen Tod ihres Mannes übernahm sie 1805 die Leitung des Champagnerhauses und führte es mit beispiellosem Erfolg. Sie erfand die Rüttelmethode (Remuage), die es ermöglichte, Champagner von seiner Hefe zu befreien, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Damit legte sie den Grundstein für den klaren, eleganten Champagner, den wir heute genießen.
Auch Louise Pommery hinterließ einen entscheidenden Fußabdruck in der Champagnerwelt. Nachdem sie 1858 nach dem Tod ihres Mannes die Führung von Pommery & Greno übernahm, brachte sie eine bahnbrechende Veränderung mit sich: Sie war die erste, die trockenen Champagner – den heute so beliebten „Brut“ – auf den Markt brachte. In einer Zeit, in der süße Champagner dominierten, wagte sie diesen mutigen Schritt und prägte damit die moderne Geschmacksrichtung des Schaumweins. Zudem investierte sie stark in den Ausbau ihrer Keller und machte Pommery zu einer der führenden Marken der Champagne.
Während des Zweiten Weltkriegs übernahm Camille Olry-Roederer die Leitung von Louis Roederer und bewahrte das Unternehmen trotz wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen vor dem Untergang. Unter ihrer Führung erlebte das Haus eine Blütezeit und setzte neue Maßstäbe für Qualität und Exklusivität – ein Erbe, das bis heute fortbesteht. Auch in der heutigen Zeit setzen Frauen neue Maßstäbe in der Champagne. Ein Beispiel ist Vitalie Taittinger, die seit 2020 an der Spitze des Hauses Taittinger steht. Mit ihrer visionären Führung bringt sie frischen Wind in die Branche und setzt auf nachhaltige Innovationen, um den Champagner für zukünftige Generationen zu bewahren.
Was diese Frauen verbindet, ist ihre unerschütterliche Entschlossenheit, Traditionen zu bewahren und gleichzeitig neue Wege zu gehen. Ihr Beitrag hat die Champagnerwelt nachhaltig verändert – und das in einer Branche, die über Jahrhunderte von Männern dominiert wurde. Heute gibt es immer mehr Winzerinnen und Unternehmerinnen, die mit Leidenschaft und Expertise die Champagne mitgestalten. Initiativen wie La Transmission – Femmes en Champagne fördern gezielt die Vernetzung und den Einfluss von Frauen in dieser edlen Handwerkskunst.
Zum Weltfrauentag feiern wir diese Pionierinnen und all jene Frauen, die mit ihrem Können, ihrer Vision und ihrem Mut den Weg für kommende Generationen bereiten. Ihr Erbe lebt in jedem Glas Champagner weiter, das wir genießen. Santé auf die Frauen der Champagne!